Hermann Rorschach selbst befasste sich erstmals 1911 mit Tintenklecksarbeiten. Ihm war die zu diesem Zeitpunkt vorhandene (großteils in Englisch verfasste) Literatur nicht bekannt.
Das Material zum Rorschach Test entstand im Laufe des Jahres 1918 und war schon 1919 in Buchform zusammengefasst. Dieses Manuskript, die »Psychodiagnostik«, das sein Lebenswerk werden sollte, wurde zuerst von sechs Verlegern abgelehnt. Walter Morgenthaler, ein enger Freund und Kollege Rorschachs, setzte sich für die Publikation der »Psychodiagnostik« beim Verlag Ernst Bircher in Bern ein. Im Juni 1921 konnte das Werk endlich erscheinen, als zweiter Band in der Reihe »Arbeiten zur angewandten Psychiatrie«, deren Herausgeber Morgenthaler war. Allerdings mussten dazu die ursprünglich 15 Tafeln auf 10 reduziert werden. Außerdem entstanden beim ersten Druck der Tafeln aufgrund von Produktionsschwierigkeiten viel stärkere Schattierungen als bei Rorschachs Originalen. Gerade diese Schattierungen haben sich später aber als wichtiges Element in der Diagnostik bestimmter Komponenten der Affektivität erwiesen.
Das Buch verkaufte sich zunächst sehr schlecht – fast die ganze Auflage lag bei Rorschachs Tod noch beim Verlag. Die wenigen Kritiken waren zurückhaltend oder geradezu negativ.
Die Entwicklung des Formdeuteversuches
Während der langen Zeit, in der Rorschach seine zum Druck abgegebenen Tafeln entbehren musste, arbeitete er 1921 gemeinsam mit Hans Behn Eschenburg eine Parallelserie aus, die heute unter dem Namen Behn Rorschach bekannt ist. Die damals gewonnenen Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge konnte Rorschach allerdings nicht mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
Einige Monate vor Rorschachs Tod am 2. April 1922, war zwar sein Lebenswerk, die »Psychodiagnostik«, veröffentlicht, der Formdeuteversuch allerdings erst in seinen Anfängen.
Nach dem Tod Rorschachs engagierte sich Morgenthaler für die Verbreitung des Rorschach Verfahrens. Auf seine Anregung hin gründete die Schweizerische Gesellschaft für Psychologie eine Rorschach Kommission, die sich mit Fragen des Unterrichts in der Rorschach Methode und Forschung befasste; diese Aufgabe übernahm später die 1952 gegründete Internationale Gesellschaft für Rorschach Forschung.
Auch ein internationales Rorschach Archiv wurde errichtet, welches sich heute in Bern befindet.
Seit 1927 ist Hans Huber der Verleger des Rorschachtests.